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Archivfoto: Die „Martin Sheen” im Golf von Kalifornien Foto: Sea Shepherd/Carolina A. Castro27. Oktober 2015:  Die Sea Shepherd Conservation Society hat offiziell „Operation Milagro II“
(Operation Wunder) angekündigt - die Herbstkampagne 2015 zur Verteidigung des vom Aussterben
bedrohten Kalifornischen Schweinswals (auch Golftümmler oder Vaquita genannt).

Die Besatzung von Sea Shepherds Forschungssegelschiff „Martin Sheen“ wird demnächst mit ihren Patrouillen im Golf von Kalifornien beginnen. Dieser Golf ist das einzige Gewässer auf der Erde, in dem die kleinste und seltenste Walart beheimatet ist - der Kalifornische Schweinswal. Mit einer Population, die auf geschätzte 97 Tiere geschrumpft ist, worunter vermutlich nur 25 gebärfähige Weibchen sind, weist Sea Shepherd mit „Operation Milagro II“ auf die dringende Notwendigkeit hin, diese gefährdete Art zu erhalten.

Während der Kampagne, welche bis zum April 2016 geplant ist, arbeitet Sea Shepherd mit der Regierung von Mexiko zusammen, um diese Gewässer als letzte Zuflucht für die Golftümmler zu schützen, nach Wilderern zu patrouillieren, Probleme, die die gefährdeten Wale betreffen, zu dokumentieren, Daten für die Zusammenarbeit und den Austausch mit der wissenschaftlichen Gemeinschaft zu sammeln, Öffentlichkeitsarbeit in der Region zu leisten, sich mit Meeresbiologen, Forschern und anderen Nichtregierungsorganisationen (NGO), die vor Ort arbeiten, zu treffen, um die Golftümmler zu retten.

Diese zierlichen Schweinswale sind im Besonderen anfällig für einen Populationsrückgang, da sie eine langsamere Reproduktionsrate haben als andere Schweinswalarten. Es wird nur ein Kalb alle zwei Jahre geboren. Sie haben außerdem eine vergleichsweise kurze Lebensdauer von etwa 20 Jahren.

Die größte Bedrohung für das Überleben der Golftümmler sind aber wahrscheinlich die Stellnetze illegaler Wilderer, in denen die Golftümmler oft Opfer des Beifangs werden. Die Stellnetze werden genutzt, um den Totoaba (einen Umberfisch) zu fangen, eine weitere vom Aussterben bedrohte maritime Spezies, die nur im Golf von Kalifornien heimisch ist. Der Totoaba ist ein wertvoller und hochprofitabler Fang für die Wilderer, die es auf die lukrative Schwimmblase abgesehen haben, die von Mexiko, häufig über die Vereinigten Staaten, exportiert und auf dem chinesischen Schwarzmarkt verkauft wird, wo sie dann in Suppen serviert wird. Das Internationale Komitee zur Erholung des Golftümmlers, CIRVA (Comité Internacional para la Recuperación de la Vaquita), eine Komitee aus Regierungsstellen, Meeresbiologen und NGOs, berichtet, dass Fischer bis zu 8.500 US-Dollar (ca. 7.900 Euro) für ein einziges Kilogramm der Schwimmblase erhalten können. Die Fische werden gefangen, ihre Blase wird entfernt, und den Rest jedes einzelnen vom Aussterben bedrohten Totoaba, der bis zu 2 Meter lang werden kann, lässt man einfach verrotten.

Im April 2015 verkündete Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto den Erlass eines zweijährigen Moratoriums für die Stellnetzfischerei im Habitat der Golftümmler. Die Regierung hat die Marine außerdem mit Schnellbooten für die Patrouille der Meeresreservate ausgestattet. Zusätzlich gibt Mexiko mehr als 30 Millionen US-Dollar (etwa 28 Millionen Euro) für weitere Schutzmaßnahmen aus, inklusive eines "buy-out" Programms für Netze, um solche Fischer zu entschädigen, die sich bereit erklären, die Nutzung von Stellnetzen aufzugeben. Darüber hinaus fördert die Regierung stark die Nutzung anderer, weniger zerstörerischer Fangmethoden.

Obwohl der Golftümmler an den Rand des Aussterbens gebracht wurde, ist vielleicht ein Wunder in Sicht. Die im März diesen Jahres gestartete erste „Operation Milagro“ von Sea Shepherd war ein großer Erfolg. Am 18. April dokumentierten Sea Shepherd Crewmitglieder die erste offizielle Sichtung eines Golftümmlers seit 2013, womit sie Behauptungen einiger Ortsansässiger widerlegten, dass diese Art bereits ausgestorben sei und keinen Schutz mehr benötige. Im darauf folgenden Monat wurde die Zusammenarbeit zwischen Sea Shepherd und der mexikanischen Regierung bekannt gegeben, wodurch beide ihre Kräfte für die Bemühungen zum Schutz des Golftümmlers vereinten.

„Sea Shepherd ist stolz, die Arbeit mit der mexikanischen Regierung fortzusetzen, um die seltenen Golftümmler zu schützen. Es braucht engagierte, gemeinsame Anstrengungen, um das Wunder für diese bemerkenswerte gefährdete Art geschehen zu lassen“, sagte Oona Layolle, Kampagnenleiterin der „Operation Milagro II“. „Der Kampf der kleinsten Walart ums Überleben ist nicht ungesehen und ungehört an Sea Shepherd vorbeigegangen. Wir werden die Golftümmler nicht im Stich lassen.“



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