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Die "Bob Barker" bei den Vorbereitungen zur Abreise aus Sund, nachdem seiner Crew die Einreise zu den Färöer-Inseln von Dänemark verweigert wurde. Foro: Sea Shepherd25. August 2015:- Der Druck innerhalb der EU gegenüber dem Grindadráp wächst
Der internationalen Crew des niederländisch registrierten Sea Shepherd Schiffes "Bob Barker"
wurde von den dänischen Behörden die Einreise zu den Färöer-Inseln verweigert.

Das Schiff der Meeresschutzorganisation traf gestern gegen 12 Uhr im Hafen von Sund
auf den Färöer-Inseln ein.  Nach dem Anlegen kamen Beamte der dänischen Zoll- und
Einwanderungsbehörde an Bord und führten eine eingehende Durchsuchung des Schiffes sowie eine Passkontrolle bei der Crew durch.

Seitens der Behördenvertreter gab es weder bei der Durchsuchung, noch im Zuge der vorherigen Anmeldung des Schiffes bei der zuständigen Hafenbehörde von Sund am letzten Freitag, irgendwelche Anzeichen von Problemen mit der Einreise.

Dennoch wurden gestern im Anschluss an die Durchsuchung des Schiffes alle 21 Crewmitglieder der "Bob Barker" - von denen 11 EU-Bürger sind - mit einem Einreiseverbot belegt, verbunden mit der Aufforderung, die 12-Meilen-Zone der Färöer-Inseln zu verlassen.

Die dänischen Behörden gaben gegenüber der Sea Shepherd Crew an, das Einreiseverbot wurde wegen eines Verdachts "in Bezug auf die öffentliche Ordnung" erlassen. Die vorliegenden offiziellen Dokumente zu diesem Vorgang beinhalten jedoch keine konkreten Gründe und Rechtsgrundlagen für das Einreiseverbot.

Die "Bob Barker" ist das dritte Sea Shepherd Schiff, das seit Juni auf den Färöer-Inseln eingetroffen ist, aber das einzige, dessen Crew von einem Einreiseverbot belegt wurde.

Dänische Behördenvertreter bereiten sich darauf vor, an Bord des niederländisch registrierten Schiffes "Bob Barker" zu kommen. Foto: Sea ShepherdSea Shepherd ist der Ansicht, dass das von Dänemark erteilte Einreiseverbot unrechtmäßig ist, und hat im Zuge dessen Berufung zur Anfechtung dieses Verbotes eingelegt.

"Aus nicht nachvollziehbaren Gründen scheint Dänemark nun dem Glauben verfallen zu sein, der beste Weg zur Ablenkung der Aufmerksamkeit von seiner schuldhaften Unterstützung des Grindadráp wäre die Fortführung weiterer rechtlich dubioser Aktivitäten", sagte Captain Alex Cornelissen, geschäftsführender Direktor von Sea Shepherd Global.

Trotz des EU-weiten Verbots der Abschlachtung von Walen - so auch in Dänemark - wird das Grindadráp weiter mit Unterstützung dänischer Polizeikräfte und der dänischen Marine sowie mit den Wohlwollen der dänischen Regierung fortgesetzt.

"Mit dem erteilten Einreiseverbot zu den Färöer-Inseln für die Crew der 'Bob Barker' haben die dänischen Behörden bewiesen, dass sie mehr an der Unterstützung der Abschlachtung von Grindwalen interessiert sind, als an der Einhaltung ihrer EU-Verpflichtungen und an der Fortführung guter Beziehungen zu anderen EU-Ländern. Sie haben damit ebenso offen demonstriert, wie wirksam Sea Shepherd dabei ist, Dänemark konsequent in der Verantwortung zu den andauernden Abschlachtungen von Walen im dänischen Hoheitsgebiet zu halten", sagte Captain Cornelissen.

Mit Rückendeckung Dänemarks wurden allein in diesem Jahr bisher 490 Grindwale auf den Färöer-Inseln abgeschlachtet. Insgesamt 14 Freiwillige von Sea Shepherd aus Großbritannien, Italien, Korsika / Frankreich, den Niederlanden, Belgien, Deutschland, Luxemburg, Südafrika, Kanada und den USA wurden für ihr Einstehen zum Schutz der Wale bisher verhaftet.

Am Freitag wurden die Anklagen gegen zwei Freiwillige, Tom Strerath aus Deutschland und Susan Larsen aus den USA, mangels Beweisen fallengelassen. Trotz dieses Aufschubs bleibt das Kleinboot "Farley", mit dem beide zum Zeitpunkt der Verhaftung unterwegs waren, weiter in Polizeigewahrsam.

Der internationalen Crew der "Bob Barker" - davon 11 EU-Bürgern - wurde die Einreise zu den Färöer-Inseln von Dänemark verweigert. Foto: Sea Shepherd "Jetzt, wo die Anklagen gegen Tom und Susan fallengelassen wurden, gibt es einfach keinen rechtmäßigen Grund dafür, warum das Boot weiterhin in Polizeigewahrsam bleiben soll. Wir wissen, dass die Gesetze, die das Grindadráp regulieren, einzig dafür konstruiert wurden, um Sea Shepherd auszuschalten. Nachdem sie nun in diesem Fall damit gescheitert sind, ist es offensichtlich, dass dänische Behörden dazu übergehen, sich unverhohlen hinterlistiger Taktiken zu bedienen, um doch noch zu versuchen uns auszuschalten", sagte Captain Cornelissen.

Während Sea Shepherd seine Aktionen zur Verteidigung der Grindwale fortsetzt, wächst allmählich der internationale Druck aus den Ländern innerhalb der EU gegen das Grindadráp.

Bereits im Juli hatten zwei große deutsche Kreuzfahrtunternehmen, AIDA und Hapag-Lloyd, angekündigt, als Reaktion auf die andauernden Abschlachtungen die Färöer-Inseln aus dem Programm zu nehmen.

In den letzten Monaten hatten Vertreter aus der Politik Luxemburgs, Italiens und Großbritanniens öffentlich ihre Verachtung für die Praktiken des Grindadráp zum Ausdruck gebracht, die von Dänemark - im krassen Widerspruch zu seinen internationalen Verpflichtungen - weiterhin aktiv unterstützt werden.

Am 19. August hat die schottische Stadt Wick verlautbart, dass sie ihre 20-jährige Städtepartnerschaft mit der färöischen Stadt Klaksvik aufgekündigt hat, und keine Wiederaufnahme offizieller Beziehungen in Betracht zieht, bis diese "abscheuliche" Abschlachtung von Walen auf den Färöer-Inseln endlich verboten ist.

"Die EU ist durch Dänemarks schändliche Aktionen aufgewacht. Eine Welle ist nun in Gang gesetzt worden, die sich klar gegen die offenkundig fortgesetzte Unterstützung des Grindadráp durch die dänische Regierung richtet", sagte Captain Cornelissen.

"Operation Sleppid Grindini" ist Sea Shepherds sechste Grindwal-Schutzkampagne auf den Färöer-Inseln.

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