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Walfänger in einem Meer von Blut Foto: Eliza Muirhead24. Juli 2015 : Drei Sea Shepherd Crewmitglieder festgenommen; zwei weitere inhaftiert.
Weiteren Crewmitgliedern drohen Anklagen wegen versuchter Rettung von Walen.

Gestern wurden etwa 250 Grindwale an den Tötungsstränden der dänischen Färöer-Inseln abgeschlachtet. Die Abschlachtungen - bekannt unter dem färöischen Begriff 'Grindadráp' - erfolgten mit zwei separaten Treibjagden, die an den Tötungsstränden von Bøur und Tórshavn endeten, und diesen Tag zu blutigsten Tag dieses Jahres auf der Inselgruppe machte.

Drei Sea Shepherd Crewmitglieder aus Südafrika, Belgien und Luxemburg wurden festgenommen; zwei weitere aus Italien und Frankreich wurden inhaftiert - wegen Verteidigung von Walen, die für die Abschlachtung vorgesehen waren.

Gegen 14 Uhr Ortszeit wurde eine große Schule von etwa 111 Grindwalen in der Nähe von Mykines im Westen der Inselgruppe entdeckt. Eine Flottille von Kleinbooten trieb die Schule nach Bøur. Die wartende Menge von Killern zerrte dann die Tiere mit Gewalt an den Tötungsstrand.

Die Leiterin des Sea Shepherd Landteams, Rosie Kunneke aus Südafrika, und Christophe Bondue aus Belgien, ebenfalls aus dem Landteam, wurden bei der Abschlachtung in Bøur verhaftet. Die Polizei stieß die beiden zu Boden, nachdem sie an den Strand gerannt waren, als die Schule von Grindwalen gerade an die Küste getrieben wurde.

Als die Menge den Strand stürmte, um die Grindwale zu töten, wurde Kunneke von der Polizei mit dem Gesicht nach unten in den Sand gedrückt. Sea Shepherd Freiwillige waren aber in der Lage, die schrecklichen Szenen der Verhaftung und der darauf folgenden Abschlachtung auf Bild und Video festzuhalten.

Der geschäftsführende Direktor von Sea Shepherd Global, Captain Alex Cornelissen, sagte dazu: "Jeder, der Rosie kennt, weiß, wie leidenschaftlich sie sich um Tiere kümmert. Zu sehen, wie Rosie und Christophe wegen der Verteidigung dieser Wale zu Boden geschlagen und dann weg gezerrt wurden, als das Blutbad begann, zerreist einem das Herz."

Zwei weitere Crewmitglieder des Sea Shepherd Trimarans "Brigitte Bardot", Marianna Baldo aus Italien und Xavier Figarella aus Frankreich, wurden ebenso in Bøur verhaftet. Die beiden waren zum Zeitpunkt ihrer Verhaftung im Beiboot der "Brigitte Bardot". Die Polizei hat heute Morgen bestätigt, dass Baldo und Figarella angeklagt wurden.

Die Kapitänin der "Brigitte Bardot", Wyanda Lublink, berichtet, das die beiden dänischen Marineschiffe "Triton" und "Knud Rasmussen" während der Abschlachtung in Bøur in der Region präsent waren.

"Es liegt auf der Hand, dass die dänische Marine im Gebiet von Bøur vor Ort war, um das Grindadráp zu sichern. Klar ist ebenso, dass die Abschlachtung mit voller Zustimmung der dänischen Marine abläuft. Wie Dänemark - als ein Anti-Walfang-Mitgliedsland der Europäischen Union mit eindeutigen Gesetzen zum Verbot der Abschlachtung von Walen – nun auch noch versuchen kann, seine Beteiligung an diesem Massaker zu rechtfertigen, ist mir unbegreiflich", sagte Captain Lublink.

Danach, gegen 22:30 Ortszeit, verkündeten die färöischen Medien den Beginn eines zweiten Grindadráp in Nólsoyarfirði, westlich der Hauptstadt Tórshavn. Nach Berichten wurden etwa 130 bis 150 Grindwale von Nólsoy her mit 40 Booten an den Tötungsstrand von Tórshavn getrieben und schließlich abgeschlachtet.

Der Sea Shepherd Freiwillige des Landteams, Kevin Schiltz aus Luxemburg, wurde während der Abschlachtung von Tórshavn verhaftet. Ein zweiter Sea Shepherd Freiwilliger des Landteams, Sidney Marchand aus Frankreich, filmte die Verhaftung. Die färöische Polizei hielt Sidney fest und forderte die Löschung des Filmaterials, bevor sie ihn wieder freilassen würde.

Ein Rechtsvertreter ist inzwischen einbezogen worden, um die Belange der inhaftierten und in Arrest genommenen Sea Shepherd Freiwilligen wahrzunehmen.

Dieser Doppelschlag von Abschlachtungen begann während der Gerichtsverhandlung gegen zwei weitere Sea Shepherd Freiwillige. Susan Larsen aus den USA und Tom Strerath aus Deutschland erschienen, nach ihrer Verhaftung am Montag, gestern vor Gericht. Im Verlauf des Verfahrens gab die Staatsanwaltschaft dem Gericht bekannt, dass beide wegen Verletzung des färöischen Grindwalfang-Gesetzes angeklagt wurden.

Larsen erhielt die Erlaubnis bis zum nächsten Gerichtstermin in die USA zurückzukehren.

Captain Cornelissen sagte: "Ich bin unglaublich stolz auf den mutigen Einsatz der Sea Shepeherd Crew am heutigen Tag. Konfrontiert mit all den Widrigkeiten, standen sie mit aller Kraft für die Wale und die Ozeane ein."

Sea Shepherd ist zurzeit auf den Färöer-Inseln im Einsatz - im Rahmen seiner sechsten Kampagne zum Schutz der Grindwale - "Operation Sleppid Grindini".



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