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Die „Bob Barker“ und die „Sam Simon“ verfolgen die „Thunder“. Foto: Simon AgerSamstag, 4 Juli 2015: Kapitän, Chef-Ingenieur und zweiter Mechaniker des berüchtigten Wildererschiffs
„Thunder“ wurden unter den Punkten Umweltverschmutzung, rücksichtslose Navigation, Täuschung und
Fahrlässigkeit in São Tomé und Príncipe angeklagt.

Die Anklagen wurden am Freitag in einem lokalen Gericht verlesen. Diese beruhten auf einer dreimonatigen Untersuchung nach dem Sinken der „Thunder“ in den Gewässern vor dem südafrikanischen Inselstaat am 6. April dieses Jahres.

Captain Louis Alfons Rubio Cataldo aus Chile, Chef-Ingenieur Agustin Dosil Ray und der zweite Mechaniker Louis Miguel Perez Fernandez, beide aus Spanien, wurden in São Tomé und Príncipe aufgenommen. Ihnen ist es verwehrt, das Land während des Prozess zu verlassen.

An dem Tag, als die „Thunder“ sank, endete eine 110-tägige, rekordbrechende, kontinuierliche Verfolgung durch das Sea Shepherd-Schiff „Bob Barker“.

Die Verfolgung begann, als das Wildererschiff, welches am illegalen Fischen der gefährdeten Riesen-Antarktisdorsche beteiligt war, von der „Bob Barker“ abgefangen wurde. Dies geschah an der Banzare Bank in der Antarktis, eine Region, welche von der „Kommission für die Erhaltung der lebenden Meeresschätze der Antarktis“ (CCAMLR), verwaltet wird.

Sea Shepherd ist der Meinung, dass die „Thunder“ absichtlich versenkt wurde, mit dem Ziel, die Ladung des illegal in der von der CCAMLR verwalteten Region gefangenen und gefährdeten Riesen-Antarktisdorsches zu vernichten.

Die „Bob Barker“, unter Befehl von Captain Peter Hammarstedt aus Schweden und das Sea Shepherd-Schiff „Sam Simon“, unter Leitung von Captain Sid Chakravarty aus Indien, haben die gesamte Crew der „Thunder“, bestehend aus 40 Leuten, aufgenommen, nachdem diese auf Rettungsinseln flüchten konnten, ehe die „Thunder“ sank.

Bevor die „Thunder“ komplett unter Wasser stand, konnten Mitglieder von Sea Shepherd das sinkende Schiff betreten und Beweismittel sicherstellen, darunter ein Dutzend gefrorener Riesen-Antarktisdorsche, welche später der Polizei übergeben wurden.

Die Kapitäne Hammarstedt und Chakravarty berichteten später den Behörden, darunter auch die internationale Polizeiorganisation Interpol, Details des Zwischenfalls und der Rettung. Dank dieser Informationen wurde die gesamte Crew der „Thunder“ bei der Ankunft auf São Tomé und Príncipe inhaftiert. Der Kapitän und zwei Offiziere werden dort seitdem festgehalten.

Die Kapitäne Hammarstedt und Chakravarty haben alle, in die Ermittlungen involvierten Personen beglückwünscht, vor allem die Behörden in São Tomé und Príncipe.

Das berüchtigtste der Wildererschiffe, die „Thunder“, geht unter, nachdem es von seinem eigenen Kapitän versenkt wurde. Foto: Simon Ager„Als ‘Operation Icefish’ begann, versprachen wir, diese Wilderer direkt aus dem rechtsfreien Gebiet des Südpolarmeers in die Hände der Gerechtigkeit zu treiben. Dank der Kooperation eines Netzwerks internationaler Strafverfolgungen und den Behörden in São Tomé und Príncipe, welche den Anstoß zur Untersuchung der ‘Thunder’ gaben, konnte dieses Versprechen eingehalten werden“, sagte Captain Hammarstedt.

„Die Behörden von São Tomé und Príncipe zeigten großes Engagement darin, die ‘Thunder’ der Justiz zu übergeben“, so Captain Chakravarty. „Beginnend mit der Aufnahme der Thunder-Crew, als diese von der ‘Sam Simon’ nach São Tomé und Príncipe gebracht wurde, über die Aufnahme der Aussagen der Sea Shepherd-Crew in Deutschland, bis zur jetzigen Anklage der Offiziere in ihrem lokalen Gericht, haben die Behörden Engagement und Kooperationsbereitschaft bewiesen. Dies sind die besten Werkzeuge, um internationale Fischereiverbrechen zu bekämpfen. Die vier Ozeane, sechs Länder und viele Nationalitäten umfassende ‘Operation Icefish’ geht weiter.“

Die „Thunder“ ist das berüchtigtste von sechs Schiffen, welche Sea Shepherd die „Bandit 6“ nennt. Diese wurden für illegales, unreguliertes und undokumentiertes Fischen des Riesen-Antarktisdorsches im Südpolarmeer auf die schwarze Liste gesetzt.

Die „Bandit 6“ waren das Hauptziel der letzten Verteidigungskampagne des Südpolarmeers namens „Operation Icefish“, die im Dezember 2014 gestartet wurde.

Diese Kampagne war die 11. in den Gewässern der Antarktis und half dabei, ein Licht auf die illegalen Fischeraktivitäten dort zu werfen und diese zu beenden.

Seit Beginn von „Operation Icefish“ konnten alle sechs der illegal tätigen Schiffe aufgespürt und außer Betrieb genommen werden. Momentan werden diesbezüglich mehrere Untersuchungen eingeleitet.

Die Sea Shepherd-Crew rettet die Crew der „Thunder“, nachdem diese ihr sinkendes Schiff verließ. Foto: Jeff Wirth Sea Shepherd übergibt die gerettete Crew der „Thunder“ der Küstenwache von São Tomé. Foto: Jeff Wirth


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