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milagroKurz nach der Bekanntgabe durch Präsident Enrique Peña Nieto, dass die mexikanische Regierung den Kalifornischen Schweinswal (auch Golftümmler oder Vaquita genannt) unter strengen Schutz stellt, berichtet Sea Shepherd, dass sie die Notlage dieser bedrohten Schweinswale im Meeresschutzgebiet vom Golf von Kalifornien dokumentiert.



Sea Shepherd erklärt, dass sie seit mehr als einem Monat eine Crew im Golf von Kalifornien für die Operation Milagro stationiert hat - einer Kampagne, die dem vom Aussterben bedrohten Kalifornischen Schweinswal gewidmet ist. Da Schätzungen von nur noch 97 verbliebenen Schweinswalen ausgehen, ist es höchste Zeit, diese gefährdeten Meeressäuger vor dem Aussterben zu bewahren. Diese Nachricht kommt direkt nach der Erklärung von Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto, welche die verbindliche Verpflichtung der Regierung, den Schweinswal zu schützen, im Detail regelt – eine Erklärung, die für die gefährdete Spezies hoffen lässt. Mexiko verfügt per Gesetz ein zweijähriges Moratorium für die Stellnetzfischerei im Lebensraum des Schweinswals, das noch diesen Monat in Kraft treten wird. Außerdem wird Mexiko noch weitere Schritte zum Schutz dieses gefährdeten Wals einleiten.

two vaquitasSeit dem Start der Operation Milagro im März diesen Jahres sind Besatzungsmitglieder des amerikanischen Sea Shepherd Forschungsschiffs „Martin Sheen“, das von der erfahrenen Oona Layolle kommandiert wird, im Biosphärenreservat der Schweinswale des Golfs von Kalifornien vor Ort präsent. Sie beobachten und dokumentieren die Probleme, von denen diese Spezies bedroht wird. Die Sea Shepherd Crew war von dem Ausmaß der illegalen Fischerei und der Präsenz tödlicher Stellnetze innerhalb dieser geschützten Gewässer überrascht.

Der Kalifornische Schweinswal, der kleinste Wal der Welt, ist in dieser Region heimisch und kommt weltweit nur hier vor. Nach Berichten des Internationalen Komitees zur Erhaltung des Vaquita (CIRVA) - einem Komitee, das Regierungsbehörden, Meeresbiologen und Naturschutzorganisationen umfasst - reduziert sich die Population jährlich um schockierende 18,5%. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, könnte die Spezies schon bis zum Jahr 2018 ausgestorben sein. Von den geschätzten 97 verbliebenen Golftümmlern, geht man nur bei etwa 25 dieser sehr kleinen Schweinswale davon aus, dass es sich um Weibchen im fortpflanzungsfähigen Alter handelt. Außerdem besitzt der Golftümmler eine sehr niedrige Reproduktionsrate von nur einem Jungtier alle zwei Jahre. Dies hat zur Folge, dass diese Tiere schneller ausgelöscht werden, als sie sich vermehren können.

MS full sailSea Shepherd lobt die mexikanische Regierung für die eingeleiteten überlebenswichtigen Schritte, um das Aussterben des Golftümmlers zu verhindern. Zusammen mit dem zweijährigen Moratorium der Stellnetzfischerei im Lebensraum des Golftümmlers im nördlichen Golf von Kalifornien hat die Regierung angeboten, Schnellbote der Marine einzusetzen, um im Reservat zu patrouillieren. Während der gestrigen Pressekonferenz in San Felipe überreichte Präsident Nieto der Marine offiziell die Schlüssel für die Schiffe, die nun für den Schutz des Golftümmlers eingesetzt werden, indem sie gegen Wilderer Patrouillen fahren und helfen, das Verbot der Stellnetze durchzusetzen. Zusätzlich gibt Mexiko mehr als 30 Millionen US-Dollar für weitere Anstrengungen aus – wie z.B. ein finanzielles Kompensationsprogramm für Fischer, die sich bereit erklären, den Einsatz von Stellnetzen zu beenden. Außerdem wird die Regierung die Nutzung anderer, weniger zerstörerischer Fangmethoden unterstützen, welche die schwindende Golftümmler-Population nicht weiter beeinträchtigen.

vaquitas drownDie Golftümmler enden häufig als Beifang in den Stellnetzen von legaler und illegaler Fischerei. Die größte Gefahr für das Überleben der Golftümmler sind zurzeit höchst wahrscheinlich die illegalen Stellnetze der Wilderer, die dem Totoaba nachstellen – der selbst auch eine vom Aussterben bedrohte Spezies ist. Der Totoaba ist ein geschätzter und lukrativer Fang für die Wilderer, und wird zu hohen Preisen wegen seiner Schwimmblase verkauft. Sie werden aus Mexiko exportiert, oft zunächst durch die Vereinigten Staaten geschleust, und dann auf dem Schwarzmarkt in China verkauft. Dort werden sie in Suppen serviert. Die CIRVA berichtet, dass Fischer bis zu 8.500 US-Dollar für nur ein Kilogramm Schwimmblase erzielen. Die Fische werden gefangen, ihre Schwimmblase entfernt - und den Rest der vom Aussterben bedrohten Totoabas, die bis zu zwei Meter lang werden können, lässt man einfach verrotten.

Die Stellnetze werden am Meeresgrund festgemacht und sind nicht nur eine Todesfalle für Fische, sondern auch für die Golftümmler. Sie verfangen sich in den Netzen, können so die Wasseroberfläche nicht mehr erreichen und ertrinken.

Mexiko führt die Bewegung zum Schutz der letzten Golftümmler der Erde an. Sea Shepherd hofft, dass die Regierungen der USA und Chinas dem folgen und zusammen entschlossene Schritte einleiten werden, die den illegalen Totoaba-Handel unterbinden, der beide Arten bedroht.

netSea Shepherd hofft, mit Mexico bei seinen Anstrengungen in der Region zusammenarbeiten zu können, um die schwindende Golftümmler-Population und ihren Lebensraum zu schützen. In unserer ganzen Geschichte hatte Sea Shepherd schon großen Erfolg bei der Zusammenarbeit mit Regierungen und Behörden, um die Tierwelt der Ozeane zu schützen und Wilderern entgegen zu treten. Seit dem Jahr 2000 ist Sea Shepherd in positiver Weise auf den Galapagos-Inseln direkt vor Ort präsent, und arbeitet in Kooperation mit der ecuadorianischen Regierung und dem Galapagos Nationalpark zusammen, um dieses UNESCO Weltnaturerbe vor illegalem Shark Finning zu schützen und den illegalen Handel mit wildlebenden Tier- und Pflanzenarten zu verhindern. Unter anderem stellte Sea Shepherd ein sogenanntes AIS-Ortungssystem zur Verfügung, um Schiffe innerhalb des Galapagos Meeresschutzgebietes überwachen zu können, und arbeitetet darüber hinaus mit der ecuadorianischen Polizei bei der Ausbildung einer Elite-Hundestaffel zusammen. Sie ist die erste Einheit ihrer Art in Südamerika, die sich dem Aufspüren von Wildtierschmuggel widmet.

Neben der Aufgabe, die Not des Golftümmlers im Meeresschutzgebiet zu dokumentieren, ist Sea Shepherd in der ganzen Region in der Öffentlichkeitsarbeit aktiv, um Möglichkeiten zu diskutieren, diese seltenen und gefährdeten Wale zu schützen. Captain Layolle und die Mitglieder ihrer Crew haben sich mit Meeresbiologen, Experten von Golftümmlern und Naturschutzorganisationen, die sich dieser wichtigen Aufgabe widmen, in Mexiko getroffen, um dieser vor dem Aussterben stehenden Spezies in einer gemeinsamen Aktion zu helfen. Die Regierung Mexikos hat gezeigt, wie ernst sie den Schutz der Meeresbewohner nimmt. Sea Shepherd ist bereit, bei der Verteidigung der letzten Golftümmler zu helfen, bevor es zu spät ist.

crew MS„Wir haben diese Kampagne ´Operation Milagro´ (span. ´Wunder´) genannt - wegen der erschreckend geringen Anzahl der noch verbliebenen Golftümmler - denn es würde tatsächlich einem Wunder gleichen, einen seiner Art im Ozean schwimmen zu sehen“, sagte Captain Oona Layolle. „President Peña Nieto sagte gestern, dass Mexiko die Heimat von 10% der Biodiversität der Erde ist und er hat gezeigt, dass die Regierung willens ist, dieses außergewöhnliche Ökosystem und seine gefährdeten Meeresbewohner, für die Mexikos Gewässer die einzige Heimat sind, zu schützen. Sea Shepherd glaubt nicht nur an das Wunder, dass das Überleben der Golftümmler möglich ist. Wir werden auch alles tun, was wir können, um dabei zu helfen.“


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